Die Spieler stehen im Zentrum des Fußballs und sollten deshalb auch Ausgangspunkt aller Überlegungen zur Spielweise, Ausbildung und Trainingskonzeption sein. In der Realität ist dies jedoch selten der Fall. Meist werden die Spielidee und die Grundsätze des Trainers übergeordnet betrachtet. Der FC St. Pauli möchte den Jugendfußball verändern und den Einzelnen in den Mittelpunkt stellen. Ein Mittel dafür ist der Wechsel vom Spiel- zum Spielerprinzip. Was es genau bedeutet, erklären Niklas Lüdemann, Benjamin Liedtke und Fabian Seeger im Beitrag.
Unter anderem beruht die Ausbildung des FC St. Pauli auf 20 Spielerprinzipien: acht defensiven und acht offensiven sowie 4 Universalprinzipien. Jedes Prinzip ist in drei Stufen gegliedert, sodass einzelne Spieler gemäß ihrer individuellen Entwicklung sich mit unterschiedlichen Inhalten auseinandersetzen können. Über die drei Level kann zudem altersspezifisch differenziert werden:
Level 1 im Grundlagenbereich
Level 2 im Aufbaubereich
Level 3 im Leistungsbereich
Mithilfe der Spielerprinzipien können wir unsere Spieler spezifisch ausbilden. Sie werden vorrangig im Training genutzt, um jeden seinen Bedürfnissen entsprechend zu fördern, und sind eine Abkehr von den noch immer propagierten Spielprinzipien. Diese beruhen unserer Auffassung nach darauf, dass sich individuelle Spieler an einem starren Muster orientieren müssen und somit ihre persönliche Stärke, Individualität und Kreativität einbüßen.
Wir beginnen die Spielerausbildung daher mit unseren Spielerprinzipien, die sich primär an individualtaktischen und individualtechnischen Handlungen orientieren. Sie sind also vom Individuum aus gedacht und verhindern, dass Spieler in Muster gepresst werden.
In der Offensive nutzen wir die folgenden acht Prinzipien:
offene Stellung
Räume öffnen
schnelle Aktionen
Rücken bespielen
Räume nutzen
Lücken nutzen
Dynamik auslösen
Treffer erzielen
Die drei Level des Spielerprinzips „Lücken nutzen“
1. Auf Lücke laufen
Deckungsschatten verlassen, in den Rücken - aus dem Rücken, Passlinie herstellen.
Warum? Weil du so ein Angebot für den Ballführenden schaffst und weil du dich so anspielbar machst.
2. Ebenen besetzen
Auf Lücke laufen und Diagonalität in verschiedene Ebenen in Breite und Tiefe anbieten.
Warum? weil wir so den Gegner auseinanderziehen und wir Ebenen und damit Gegner überspielen.
3. Ebenen überspielen
Warum? Weil wir so gegen kompakte Gegner Lücken freiziehen und optimal nutzen.
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1. Auf Lücke laufen
Deckungsschatten verlassen, in den Rücken - aus dem Rücken, Passlinie herstellen.
Warum? Weil du so ein Angebot für den Ballführenden schaffst und weil du dich so anspielbar machst.
2. Ebenen besetzen
Auf Lücke laufen und Diagonalität in verschiedene Ebenen in Breite und Tiefe anbieten.
Warum? weil wir so den Gegner auseinanderziehen und wir Ebenen und damit Gegner überspielen.
3. Ebenen überspielen
Warum? Weil wir so gegen kompakte Gegner Lücken freiziehen und optimal nutzen.
Trainingsformen zum Spielerprinzip „Lücken nutzen“