FT 5/26 – Identität bewahren, Zukunft gestalten

FT 5/26 – Identität bewahren, Zukunft gestalten

Im Fußball bleibt nur erfolgreich, wer sich den ständig wechselnden Bedingungen anpassen kann. Viele Traditionsvereine haben das über die Jahre hinweg geschafft, ohne ihre Kultur und Identität aufzugeben. Wir haben mehrere Vereine von Ostsee bis Saale besucht und Einblicke vom Profi- bis zum Nachwuchsfußball erhalten. Dabei haben sich facettenreiche und zukunftsorientierte Ansätze aus der Region herauskristallisiert, ohne die eigene Identität zu vernachlässigen.

Den Mutigen gehört die Zukunft

Im Fußball bleibt nur erfolgreich, wer sich den ständig wechselnden Bedingungen anpassen kann. Viele Traditionsvereine haben das über die Jahre hinweg geschafft, ohne ihre Kultur und Identität aufzugeben. Im Gegenteil: Sie haben beides sogar weiter geschärft, indem sie ihre gewachsenen Werte im Spannungsfeld zwischen Bewahren und Erneuern immer wieder mit den aktuellen Gegebenheiten verbunden haben. Und jene, denen das nicht gelang, sind heute auf der deutschen Fußball-Landkarte deutlich schwerer zu finden – im Westen wie im Osten.

Mut auf dem Platz kann viele Gesichter haben – so verschieden wie die Identität der Vereine selbst: Er zeigt sich etwa in einem flexiblen Pressinghöhen (Abwehr-, Mittelfeld- und Angriffspressing) – wie bei der U19 von Dynamo Dresden – oder in einem zielstrebigen Angriffsspiel, wie es die Profis von Hansa Rostock praktizieren. Bei RB Leipzig äußert er sich durch konsequentes Gegenpressing, in Magdeburg durch das Herstellen von 2-gegen-1-Situationen in Ballbesitz. Oder durch unerwartete Veränderungen in schwierigen Phasen. So stellte Florian Kästner, Cheftrainer der Frauen des FC Carl Zeiss Jena, im Abstiegskampf auf ein 1-gegen-1-Angriffspressing um.  

Aber nicht alles muss ständig verändert werden. Elemente, die sich auch im Wandel der Zeit bewähren, behalten ihre Berechtigung. So zum Beispiel das Profiltraining der Leistungszentren, das aus der DDR-Talentförderung stammt und Schule und Leistungssport eng miteinander verknüpft. Ein Konzept, das ab der 5. Klasse den Konflikt zwischen Schulerfolg und Profisport auflöst und in Cottbus Talente wie Maximilian Beier oder Kevin Schade hervorbrachte.